FREITAG_27.02.2009_ABENDPROGRAMM_21 UHR

21:00 VIDEOSCREENING Künstlervideos von Oliver Laric, Jillian McDonald, Marisa Olson, Eddo Stern
Sabine Himmelsbach, Künstlerische Leitung des Edith-Ruß-Hauses in Oldenburg

Sampling, Remixes, beliebige Rekombinationen von Bild-, Ton, und Videomaterial, Mash-Ups und andere Wiederverwertungsstrategien sind heute gängige kulturelle Praxis. Im permanenten medialen Überangebot ermöglichen sie eine kreative Reflexion moderner Kultur. In einer Ästhetik der Wiederholung wird die Wiederverwertbarkeit von in bereits anderen Kontexten generierten Bildern, Texten oder Klängen für den eigenen Produktionsprozess inszeniert. Gerade die Wiedererkennbarkeit des ursprünglichen Materials lässt die intendierte Bedeutungsverschiebung durch die Manipulation und Transformation des Materials anschaulich werden. Die recycelten Bilder verweisen auf das kulturelle Bildgedächtnis einer Gesellschaft, in welcher alles verfügbar ist und Sampling- und Remixing-Strategien sich nicht nur als digitale Technik, sondern auch als Lebensstil einer neuen Generation von Konsumenten und Produzenten verstehen, welche die Bilder- und Datenflut als Ressource für eigene Interpretationen und Werke nutzt. Anhand von vier Beispielen sollen künstlerische Strategien vorgestellt werden, die sich mediale Formate und Inhalte subversiv aneignen. Die Auswahl der vorgestellten Arbeiten konzentriert sich dabei auf Videos, die sich mit Fankult, mit Selbstdarstellung im Internet und dem partizipatorischen Potential globaler Netzwerke und Online-Plattformen beschäftigen. Gezeigt werden ironische Kommentare und Reflexionen auf bestehende Medienformate, die mediale Inhalte und Formate einfallsreich für ihre eignen Zwecke instrumentalisieren. KünstlerInnen: Oliver Laric, Jillian Mcdonald, Marisa Olson, Eddo Stern


Sabine Himmelsbach
Sabine Himmelsbach seit September 2005 Leiterin des Edith-Ruß-Hauses für Medienkunst in Oldenburg. Himmelsbach studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Kunstgeschichte, Mittelalterliche Geschichte und Volkskunde. Nach ihrer Mitarbeit bei verschiedenen Galerien in München und Wien war sie von 1996 bis 1999 als Projektleiterin für Ausstellungen und begleitende Symposien beim Steirischen Herbst in Graz tätig. 1999-2005 war Himmelsbach Leiterin der Ausstellungsabteilung des Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe. Sie hat dort als Kuratorin zahlreiche Ausstellungen und Begleitprogramme zu zeitgenössischen und medienkunstspezifischen Kunstthemen realisiert, unter anderem die Ausstellungen "Coolhunters. Jugendkulturen zwischen Medien und Markt" und "Resonanzen. Körper im elektromagnetischen Feld" (2005). In den letzten Jahren hat Sabine Himmelsbach speziell zu den Themen neuer medialer Kulturformen und der Präsentation von Medienkunst publiziert.